Aus wirklich brandaktuellem Anlass (Das Nik P. - Open Air 2012 fällt aus) hatten wir die Gelegenheit. Nik P. bei uns im Studio zu begrüssen, um u.a. auch diese Thema zu erörtern. Wer das Radio VHR Interview bzw. unser Video Interview noch nicht gesehen bzw. gehört hat, kann hier das...
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MySchlager: Ich darf heute ganz herzlich den Schlagerstar Nik P. begrüßen. Schön, dass du den Weg zwischen zwei Auftritten zu uns gefunden hast. Ich frage dich jetzt einfach mal ganz zwanglos: Das Open Air fällt dieses Jahr aus. Warum?
Nik P.: Sehr viele Fans muss ich leider enttäuschen. Es tut mir wahnsinnig leid, dass es so passiert ist. Voriges Jahr war das Open Air der Hammer. Und auch in den vergangenen Jahren war unglaublich, was da abgegangen ist. Wir sind bezüglich der Besucherzahl auf diesem Gelände begrenzt. Das muss man sich wie eine Art Kessel vorstellen. Es passen so ca. 8.000 bis 10.000 Leute rein. Letztes Jahr haben wir die 10.000-Marke erreicht. Mehr geht nicht. Um das Ganze in den Griff zu bekommen muss man einiges erledigen, damit die Sicherheitsvorkehrungen gegeben sind. Die Fluchtwege müssen da sein etc. Und wenn es dann immer mehr Besucher werden, ist das mit der Sicherheit nicht mehr vereinbar. Da muss man etwas tun und leider sind viele Dinge nicht passiert. Wir waren gezwungen eine Deadline zu setzen. Wir haben beschlossen, wenn bis dahin diese Vorkehrungen nicht getroffen sind dann lassen wir es. Und zu meinem großen Bedauern ist jetzt dieser Fall eingetroffen. Aus sicherheitstechnischen Gründen machen wir darum heuer eine Pause und streben einen Termin für nächstes Jahr an. Wir suchen im Zweifelsfall eine andere Location, obwohl ich das eigentlich nicht will. Wir haben dort bereits 12 Konzerte gemacht und es ist irgendwie der traditionelle Platz der Open Airs von Nik P. Diese Arena ist auch toll und einzigartig. Wir hoffen, dass wir das für 2013 geregelt bekommen.
MySchlager: Die Fans brauchen also nicht traurig sein. Es geht 2013 weiter.
Nik P.: Auf alle Fälle. Außerdem bin ich auch dieses Jahr so viel unterwegs. Wenn ich in meinen Terminkalender schaue wird mir fast schwindelig. Das freut mich natürlich sehr. Meine Fans haben viele Möglichkeiten meine Band und mich live irgendwo zu sehen – in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es gibt eine Menge Alternativen für das leider ausfallende Open Air.
MySchlager: Der Schlagerstar Nik P. ist ja nicht erst seit „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ vom Himmel gefallen. Den gibt es schon sehr lange. Du hast gerade erzählt, dass dein Terminkalender sehr voll ist. Das war vielleicht nicht schon immer so. Wie hat alles angefangen bei dir?
Nik P.: (lacht) Ich habe mit 19 Jahren meine erste Band gegründet und war bis zu meinem 35. Lebensjahr Sänger, Gitarrist, Bassist, Schlagzeuger, Keyboarder in verschiedenen Coverbands. Ich habe alles einmal ausprobiert. Aber meist war ich der Sänger. Mit 35 Jahren habe ich mir dann gesagt ich möchte meine eigenen Songs, die ich bis dahin bereits geschrieben hatte, endlich herausbringen. Ich hatte damals schon unter meinen Freunden Fans, die mich dazu ermutigt haben meine Songs zu veröffentlichen. Dann habe ich einer Firma zu arbeiten angefangen, in der der Chef ein großer Musikfanatiker ist. Der hat mich bei einem Stadtfest in der Steiermark auf einer Bühne gesehen und gehört. Er war davon begeistert dass einer seiner Mitarbeiter so ein toller Musiker ist. Er hat mich darauf angesprochen und ich habe ihm dann meine Demos vorgespielt. Ich hatte vorher bereits Versuche bei diversen Plattenfirmen unternommen. Jedoch ohne Erfolg. Mein damaliger Chef hat aber an mich geglaubt. Und er konnte sich einfach nicht vorstellen, dass er der einzige ist der meine Musik toll findet. Dann haben wir beschlossen uns ein eigenes Studio aufzubauen und die Lieder selbst veröffentlichen. In diesem Studio produzierte ich mein erstes Album. Ich hatte keine Ahnung von Studiotechnik und habe mich in Lehrbücher einlesen müssen. Bei professionellen Tonmeistern habe ich über die Schulter geschaut, um mir deren Wissen anzueignen. Das fertige, erste Album habe ich sämtlichen Plattenfirmen angeboten. Alle haben es abgelehnt. Also haben wir auch das selbst gemacht. Und hatten gegen alle Prognosen der großen Plattenfirmen mit Gloria einen Nummer 1-Hit in Österreich.
MySchlager: Eigentlich eine Karriere wie aus dem Märchenbuch. Ganz klein angefangen und irgendwann ist es steil bergauf gegangen. Letztes Jahr hast du eine neue CD herausgebracht. Wann kommt deine nächste CD? Wann können deine Fans damit rechnen?
Nik P.: Ende des Jahres 2012 spätestens Anfang 2013 kommt eine neue CD heraus. An diesem Album arbeite ich bereits jetzt. Ich bin viel im Studio und arbeite an den neuen Songs. Ich brauche immer lange Zeit. Ich bin jemand, der nie zufrieden und sehr selbstkritisch ist. Wenn irgendetwas an einem Song noch nicht ganz stimmt, die Melodie oder der Text geht das Ding nicht raus. Und deshalb brauche ich Zeit. Aus diesem Grund gehe ich immer sehr früh an die Arbeit für ein neues Album.
MySchlager: Wie kommst du auf die Ideen für deine Songs? Ich stelle mir bei dir vor, du setzt dich mit einer Gitarre ans Lagerfeuer und fängst an.
Nik P.: (lacht) Nein, nein. Das ist ganz verschieden. Tatsächlich sitze ich oft mit der Gitarre, allerdings in meinem Garten, und spiele so vor mich hin. Und plötzlich habe ich eine Idee. Ein Aufnahmegerät habe ich ständig griffbereit bei mir und nehme das auf. Dann gehe ich in mein Studio und fange an der Idee an zu arbeiten. Die Idee bekommt Formen und ich spüre, ob es Sinn macht daran weiter zu arbeiten. Oft lasse ich danach die Idee ruhen und greife sie ein paar Tage später wieder auf. Wenn ich immer noch ein gutes Gefühl dabei habe weiß ich, dass es gut ist. Erst zu diesem Zeitpunkt geht es an die große Produktion.
MySchlager: Du hast eine feste Crew an Musikern?
Nik P.: Ja, ich habe ein Team das in ganz Deutschland verteilt ist. Ganz berühmte Leute wie Peter Mai, Achim Radlov, Mathias Rosler. Das ist ein tolles Team. Es ist heute sogar so, dass man die Musiker gar nicht alle in einem Studio zusammen holen muss. Zum Beispiel habe ich einen Schlagzeuger aus Nashville den ich bitten kann zu einem Song sein Können einzubringen. Ich bespreche meine Vorstellungen mit ihm, er trommelt das ein und schickt mir dann ein Demo.
MySchlager: Du schreibst deine Titel alle selbst?
Nik P.: Fast alle, zu 90%.
MySchlager: Nochmal auf dein neues Album zurück zu kommen. Wird es für die Fans musikalische Überraschungen geben?
Nik P.: Ich bin der, der ich immer war. Und das wird auch so bleiben. Der Trend in der Schlagermusik geht ja immer mehr in Richtung Pop. Und auch rockige Arrangements finden sich immer mehr in den Songs. Man kann schon erkennen, dass die guten Schlagerproduktionen international produziert sind. Es sind die bekannten Stimmen eines Sängers aus der Schlagerbranche und der musikalische Vortrag ist sehr anspruchsvoll. Das mag ich sehr. Ich orientiere mich an internationalen Produktionen und lasse das, was ich höre und spüre, in meine Musik einfließen. Ich möchte schon sehr modern und trendig sein, um dem Zeitgeist zu entsprechen.
MySchlager: Was machst du denn privat? Wenn du mal nicht im Studio bist?
Nik P.: Das ist gut, das du das betonst: Wenn du nicht im Studio bist. (lacht). Denn ich sitze fast nur im Studio, wenn ich zuhause bin. Aber, bei uns in Österreich sagt man: Ich gartle gerne. Das heißt, ich arbeite sehr gerne in meinem Garten. Ich habe einen sehr großes Grundstück mit sehr vielen Blumen, Hecken, Bäumen und Rasen. Das bedeutet viel Arbeit. Ich mache das aber wirklich gerne. Wenn ich im Studio keinen Bock mehr habe gehe ich raus und gartle. Ich pflanze etwas an, mähe den Rasen oder schneide die Hecke – irgendetwas. Und das genieße ich dann richtig. Das Schöne daran ist, wenn ich etwas anpflanze zu erleben wie es wächst. Ich liebe es im Grünen zu sein. In der Erde herumzuwühlen. Das ist für mich einfach ein schönes Gefühl. Ich fahre auch im Frühjahr in die Gärtnereien und kaufe die Zimmerpflanzen und –blumen und dekoriere sie im Haus. Das macht nicht meine Frau, das mache ich.
MySchlager: Wenn du jetzt noch sagst, dass du deiner Frau im Haushalt hilfst bist du der fleischgewordene Traum einer jeden Frau.
Nik P.: Ab und zu. Nicht immer. Mein Studio mache um zum Beispiel selbst sauber. Das ist mir zu heikel. Aber auch im Haus mache schon mal das eine oder andere. Warum denn nicht? Meine Frau und ich helfen schon zusammen.
MySchlager: Wo kann man dich in nächster Zeit live bewundern?
Nik P.: Wir sind so viel unterwegs. Im Herbst gehen wir auch wieder in Deutschland auf Tour. Andreas Gabalier und der DSDS-Gewinner Pierro sind auf der Tour mit dabei. Am besten ihr schaut einfach auf meine Homepage www.nikp.com und da seht ihr alle Termine 2012/2013 und ich würde mich freuen, wenn ich euch bei einem meiner vielen Live-Konzerte begrüßen könnte.
MySchlager: Also ich kann nur sagen, wer Nik P. noch nie live gesehen hat sollte sich dies nicht entgehen lassen. Die Konzerte sind immer super. Immer mit Liveband und das ist einfach eine tolle Sache. Also nix wie hin!
Ich danke dir, lieber Nik, dass du die Zeit gefunden hast hier bei Radio VHR vorbei zu kommen. Hoffentlich bis demnächst mal wieder. Mache es gut bis dahin.
Nik P.: Danke, dass ich da sein durfte. Bis dann, Ciao.
Quellen: Radio VHR + Schlager TV
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